Auswanderung in die USA

Bei der Auswanderung der Krustfamilien im 19. Jahrhundert in die USA spielten zumeist wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Ein weiterer Grund liegt in der Sehnsucht nach Freiheit. Diese konnte sich in der Revolution von 1848 für Deutschland damals noch nicht durchsetzen, war aber in den USA schon Wirklichkeit. Verstärkt wurde dies um die 50er Jahre des 19. Jahrhunderts durch die damaligen Missernten und Wetteranomalien wie Dürre und Überschwemmung. Das Wachstum der Bevölkerung sorgte dafür, dass das gleich bleibende Land nicht mehr zur Versorgung aller ausreichte.
Für die Auswanderung sind die Schifflisten der Überfahrten und die alle 10 Jahre stattfindende Volkszählung der USA (census) wichtige Quelle
Die erste bekannte Auswanderung erfolgte im April 1840 als Georg Michael Krust aus Weinsberg nach Virginia, in die USA auswanderte und dort heiratete.
1842 geht die Witwe Eva Christina Krust geb. Roller mit ihren drei Kindern aus Öschelbronn in die USA.
Im Mai 1857 wanderte der 1838 in Blaufelden/Württemberg geborene und aus der Öschelbronner Linie stammende Leonhard Heinrich Krust nach Nordamerika aus.
Nach dem Tod seiner Frau wanderte der Vater des erstgenannten Johann Leonhard Krust (*1808 in Blaufelden) mit weiteren drei seiner Kinder (Johann August *1846, Margaretha Sofie *1849 und Georg Friedrich *1851) im Juni 1867 in die USA aus.
Sie fuhren mit dem Schiff SS Hermann von Bremen, Deutschland und kamen am 3 Juli 1867 in New York an.
Johann August lässt sich in Pittsburgh, PA als Schuhmacher nieder und heiratet eine Maria aus Preußen. Georg Friedrich lässt sich in Baden, PA als Schuhmacher und Gemüsebauer nieder, ändert seinen Namen in Kruest und heiratet eine Abigal Annas Romack aus PA. Der Vater Johann Leonhard Krust kehrt wieder nach Deutschland zurück und stirbt 1884 in Blaufelden. Doch die Verbindung reißt nicht ab. Eine Enkelin von Johann Leonhard Krust, Magdalena Sofie Krust * 1867 in Blaufelden heiratet in Pittsburgh, PA.
SS Hermann 1865 North German Llyod
Anfang des 20. Jahrhunderts wandern weitere Krustfamilien aus dem Pforzheimer Raum in die USA aus. Stellvertretend seien die beiden genannt, von denen Nachkommen bekannt sind:
1922 wanderte der Kaufmann Karl Krust in die USA aus und suchte in diesen wirtschaftlich schwierigen Nachkriegszeiten sein Glück in New York.
Der Pforzheimer Graveur Emil Krust wanderte 1926 in die USA aus.
Die Auswanderung aus dem Elsass z.B. von Thiébaut Krust, muss noch erforscht werde
Die Überfahrt war im 19. Jahrhundert extrem gefährlich und belastend. Angeblich sollen zehn Prozent aller Reisenden bereits während der Überfahrt gestorben sein, weil sie in völlig unzureichenden hygienischen Verhältnissen zusammengepfercht wurden, in Räumen von 1½ Metern Höhe. Die New Yorker nannten die Einwandererschiffe auch "Sargschiffe". Auf ihnen konnten sich ansteckende Krankheiten besonders schnell verbreiten.
Ellis Island ist eine Insel im Mündungsgebiet des Hudson bei New York. Die Insel war lange Zeit Sitz der Einreisebehörde für die Stadt New York und über 30 Jahre die zentrale Sammelstelle für Immigranten in die USA. Über sie kamen zwischen 1892 und 1954 etwa 12 Millionen Einwanderer an und wurden abgefertigt. Sie wird seit dem 11. Mai 1965 mit der Freiheitsstatue (Statue of Liberty) gemeinsam durch den National Park Service verwaltet und ist seit 1990 als Museum zur Geschichte der Einwanderung in die Vereinigten Staaten für die Öffentlichkeit zugänglich..
Vor Beginn der Immigrationspolitik der USA war es jedem Bundesstaat selbst überlassen, wie er mit den Einwanderern umgehen wollte und die Immigrantenzahlen waren anfangs gering. Man begann erst 1820, die Einwanderer zu zählen. Zwischen 1820 und 1830 kamen lediglich 152.000 Immigranten ins Land, also 15.000 pro Jahr. Das sollte sich später grundlegend ändern. In dem Jahrzehnt 1840 bis 1850 stieg die Zahl auf 1,7 Mio. In dem gesamten Zeitraum zwischen 1820 und 1880 kamen die meisten Immigranten – entgegen landläufiger Ansicht – aus Deutschland, insgesamt 3,1 Millionen, gefolgt von den Iren mit 2,8 Millionen und dann erst den Engländern mit 1,9 Millionen. Etwa 43 Millionen Amerikaner - also jeder 6. Einwohner - gaben bei der Volkszählung im Jahr 2000 an, deutsche Vorfahren zu haben.
Die Einwanderer begaben sich zumeist direkt in die Stadtgebiete, in der es schon andere Einwanderer ihrer Nation gab. Für Deutsche Immigranten war das vor allem Kleindeutschland an der Lower East Side. Dort angekommen blieben viele Familien nur kurze Zeit und bereiteten sich auf die Weiterreise in die Siedlungsgebiete vor. Oft folgten sie bereits früher eingereisten Bekannten oder Verwandten oder gingen auf staatliche Angebote ein, die mit Vergünstigungen den Strom der Arbeitskräfte in bestimmte Gebiete lenkten. Z.B. bot Kalifornien den Einwanderern ein verbilligtes Bahnticket an, um die Ansiedlung in Kalifornien schmackhafter zu gestalten. Es war den Immigranten auch möglich, verbilligt Ausrüstungsgegenstände zu kaufen oder günstigere Kredite auf zu nehmen. Viele Neuankömmlinge blieben auch nach der Einreise in die USA lange Zeit unter sich oder zogen im Trupp als Wanderarbeiter über Land. (www.wikipedia.de)